Kontaktaufnahme und Problem der Befangenheit


Ein besonderes Problem liegt in der Befangenheitsproblematik. Eine Partei kann und darf, sofern dem Gericht kein Sachverständiger bekannt ist, selbständig recherchieren und ihr bekannte Sachverständige dem Gericht vorschlagen. Um den Verdacht der Befangenheit und damit die Abweisung des Sachverständigen zu vermeiden, sollten Privatpersonen den Sachverständigen nicht direkt kontaktieren sondern es im Zweifel ihrer Rechtsvertretung überlassen. Schriftliche Anfragen sind stets telefonischen vorzuziehen. Dieser Schriftverkehr wird verwahrt und bei Beauftragung durch das Gericht diesem zur Einsicht und damit Beseitigung des Befangenheitsverdachtes vorgelegt.


In keinem Fall darf ein Mitglied oder Vertreter der Prozessparteien unaufgefordert Details zum Sachverhalt vermitteln oder den Sachverständigen um eine Meinung oder Einschätzung bitten. Solche Aktivitäten können von der Gegenpartei als Grund zur Befangenheit gewertet werden und mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Ausschluss des Sachverständigen führen.